Welche Bekämpfungs­maßnahmen oder Bekämpfungs­methoden kommt zum Einsatz?

Schädlinge können mit chemischen, physikalischen, biotechnische oder biologischen Maßnahmen bekämpft werden. Die Auswahl der Methode ist unter anderem auch vom Zielschädling und den örtlichen Gegebenheiten abhängig.

Übersicht zu den einzelnen Verfahren:
1. Physikalische und mechanische Schädlingsbekämpfung
Diese Methode nutzt direkte Krafteinwirkung, Barrieren oder thermische Bedingungen, um Schädlinge abzutöten oder auszusperren. Sie kommt völlig ohne chemische Wirkstoffe aus.
    • Thermische Verfahren: Hitze- oder Kältebehandlungen (z. B. gegen Bettwanzen oder Motten) zerstören die Eiweiße im Körper der Insekten in allen Entwicklungsstadien.
    • Mechanische Barrieren: Fliegengitter, Bürstendichtungen unter Türen und das Versiegeln von Mauerdurchbrüchen verhindern das Eindringen.
    • Klassische Fallen: Der Einsatz von Schlagfallen für Mäuse oder Ratten eliminiert Schädlinge gezielt ohne Giftrisiko.

2. Biologische Schädlingsbekämpfung
Hierbei werden gezielt die natürlichen Feinde oder Krankheitserreger der Schädlinge eingesetzt, um deren Population auf ein unschädliches Maß zu regulieren. 
    • Einsatz von Nützlingen: Schlupfwespen parasitieren die Eier von Lebensmittel- oder Kleidermotten und bringen diese zum Absterben. Nematoden (Fadenwürmer) bekämpfen Larven im Boden. 
    • Förderung von Fressfeinden: Das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel hilft gegen Feldmäuse; Nistkästen für Vögel reduzieren Insekten. 
    • Mikrobiologische Erreger: Spezifische Bakterien (wie Bacillus thuringiensis) oder Pilze werden ausgebracht, um gezielt bestimmte Larven oder Insektenarten zu infizieren. 

3. Biotechnische Schädlingsbekämpfung
Diese Methode macht sich biologische und physiologische Reize von Schädlingen zunutze, um deren Verhalten zu manipulieren oder sie in Fallen zu locken.
    • Pheromonfallen: Sexuallockstoffe locken vor allem männliche Insekten (z. B. Lebensmittelmotten oder Borkenkäfer) an. Dies dient primär dem Befallsmonitoring (Früherkennung).
    • Optische Reize: Gelbtafeln oder UV-Lichtfallen nutzen den Sehsinn von Fluginsekten aus, um sie auf Leimflächen zu fangen.
    • Wachstumsregulatoren: Hormonelle Wirkstoffe stören die Häutung oder Entwicklung der Larven, sodass diese sich nicht vermehren können. 

4. Chemische Schädlingsbekämpfung 
Wenn der Befall zu stark ist oder akute gesundheitliche Gefahren drohen, kommen chemische Gifte (Pestizide / Biozide) zum Einsatz. Die Präparate werden nach ihrer Zielgruppe unterschieden: 

Wirkstoffklasse  Zielgruppe
Insektizide Bekämpfung von Insekten (z. B. Schaben, Ameisen)
Rodentizide Bekämpfung von Nagetieren (z. B. Ratten, Mäuse)
Fungizide Bekämpfung von Pilzen und Sporen
Akarizide Bekämpfung von Milben und Spinnentieren

Hinweis: Bei chemischen Verfahren müssen strenge Sicherheits- und Wartezeiten eingehalten werden, um Menschen, Haustiere und die Umwelt nicht zu gefährden. 
 
Was ist nun der Unterschied zwischen Bekämpfungsmethode und Bekämpfungsmaßnahme?
Der entscheidende Unterschied liegt im Abstraktionsgrad: Die Methode ist der theoretische Ansatz, während die Maßnahme die konkrete Umsetzung in der Praxis ist.

Gewählte Methode (Prinzip)

Durchgeführte Maßnahme (Aktion)

Mechanische Methode

 

Anbringen von Bürstendichtungen unter der Haustür

Chemische Methode

Ausbringen von Gel-Ködern in den Ritzen der Küchenzeile.

 

Biotechnische Methode

Aufhängen einer Pheromonfalle zur Kontrolle von Motten.

 

Als Schädlingsbekämpfer benötigen wir viele Informationen vor einer Bekämpfung. Eine Schädlingsbekämpfung erfolgt immer in mehreren Schritten. 

    • Befallserhebung

    • Auswahl von Produkten/ Wirkstoffen und Verfahren/ Geräten

    • Abstimmung mit dem Kunden

    • Durchführung der Bekämpfungsmaßnahme(n)

Unsere ausgebildeten Techniker bestimmen vor Ort die Schädlingsart. Ermitteln Befallsorte, die Befallsstärke und Ausdehnung und die Art der befallenen Materialeien und Substrate. Danach erfolgt die Wahl der Wirkstoffe und des Verfahrens. Hierbei sind unter anderem vielfältige gesetzliche Rahmenbedingungen zu beachten. Zu beachten sind auch klimatische Besonderheiten und die bauliche Situation der Gebäude, bzw. der Wohnung. Nachdem mit dem Kunden Absprachen zum Bekämpfungsziel und dem Zeitrahmen erfolgt sind, wird die Bekämpfung durchgeführt.

In Abhängigkeit vom Zielschädling wird auch festgelegt, wie viele Bekämpfungstermine notwendig sind.